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Osterbrief 2020

In diesem Jahr haben alle Haushalte unserer gemeinde einen Osterbrief erhalten. Der Osterbrief soll ein Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft senden und kleine Anregungen geben. Sie erhalten Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten, die Feste der Karwoche zu begehen oder werden auf sinnvolle Inhalte verwiesen. Eine Osterpredigt und ein Gebet, das um die Welt geht, rundet den Osterbrief ab.

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter

dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.

(Psalm 57,2)

 Osterbrief als PDF

Liebe Gemeinde,

was uns diese Wochen zumuten, ist ohne Beispiel in der jüngeren Geschichte unseres Landes. Wie eine mittelalterliche Seuche breitet sich eine Infektionskrankheit, ein Virus, aus, das schon Tausende von Menschen auf der Welt das Leben gekostet hat. Niemand kann sicher sein, dass das Unglück an ihm oder ihr vorübergeht.

Das sorgt für Verunsicherung im sozialen und gesellschaftlichen Miteinander und schädigt das wirtschaftliche Leben elementar. Die Angst um Gesundheit und Existenz wird überall spürbar.

Und wir in Kirche und Gemeinde können mit den Menschen nicht einmal gemeinsam in der

Bergkirche Gottesdienst feiern, uns zu Seelsorgegesprächen treffen oder zum gemeinsamen Singen und Musizieren einladen, um durch leibhaftige Gemeinschaft des Glaubens Zuversicht und Hoffnung gegen die Unsicherheit zu setzen.

Andererseits blüht eine Hilfsbereitschaft unter den Menschen auf, wie sie lange nicht erlebt wurde. Auch die Kirchengemeinde kennt Helfer*innen, die einkaufen, Gänge erledigen oder einfach telefonieren und reden, wenn Sie das Bedürfnis haben. Melden Sie sich bei uns und wir stellen den Kontakt her. Wir haben ein offenes Ohr für Ihre Nöte und Sorgen.

Für das gottesdienstliche Leben müssen wir auf Angebote im Internet verweisen, wollen aber allen unseren Gemeindegliedern, die dazu keinen Zugang haben, mit dem Osterbrief ein Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft senden und kleine Anregungen geben.

Sie erhalten Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten, die Feste der Karwoche zu begehen oder werden auf sinnvolle Inhalte verwiesen. Eine Osterpredigt und ein Gebet, das um die Welt geht, rundet den Osterbrief ab.

Wir grüßen Sie mit dem Ostersegen „Fürchtet euch nicht! Der HERR ist auferstanden.“

                                   

Christof Achenbach, Pfarrer                  Karl Michael Engelbrecht, Pfarrer

 

Gute Angebote liefert die EKHN-Homepage

Für Kinder und Familien hat das Evangelische Dekanat einen Osterkalender konzipiert

Auch Kindergottesdienste werden in der kommenden Zeit nicht stattfinden können. Alternativ lädt Katja Folk, Referentin für Kindergottesdienst, dazu ein, jede Woche einen Gottesdienst für Klein und Groß im Video-Kanal gemeinsam zu feiern:

Material und Ideen-Plattform für alle, die jetzt an Gottesdiensten, Andachten und einem Gemeindeleben in anderer Form arbeiten (Quelle der Vorschläge für Gründonnerstag und Karfreitag)

 

AGAPE-FEIER ZU GRÜNDONNERSTAG

„Agape“ ist eines der vielen griechischen Worte für „Liebe“. Es meint die Liebe zu meinen

Mitmenschen/ zu der oder dem Nächsten. Mit Gebeten und biblischen Texten werden Brot und Weinmiteinander geteilt. Agapefeiern werden oft in ökumenischen Gottesdiensten, wenn Christen*innen unterschiedlicher Kirchen zusammen sind, gefeiert. Für eine Agapefeier braucht es keine ordinierte Person. So lässt sie sich gut im eigenen Familienkreis umsetzen oder auch allein in geistlicher Verbindung mit anderen und Gott.

Was brauche/n ich/wir?

Die Feier findet am Tisch statt.

Tischtuch (vielleicht ein besonderes Erbstück), Blumenstrauß, Kreuz (sofern vorhanden; gern auch eine Kreuzkette); Ikonenbilder; Bibel; ein Gedeck pro Person, Zutaten für ein anschließendes Abendbrot; Kerze + Zündhölzer; mehrere Ablaufblätter für alle, die etwas lesen; frisches (selbstgebackenes) Weißbrot, Traubensaft und/oder Wein; ruhige Musik

Ablauf – In Erinnerung an Jesu letztes gemeinsames Mahl im Jüngerkreis

A: Wir sitzen gemeinsam am Tisch und werden in besonderer Weise zu Abend essen. Wir erinnern uns an die letzte Mahlzeit, die Jesus zusammen mit seinen Jüngern hält.

B: Wir beten: Du, Gott, bist unsere Mitte und unser Grund. Es ist gut, bei dir zu verweilen. Vor uns liegen die Tage, in denen wir an Jesu Abschied von diesem Leben erinnern. Öffne uns, stärke uns, erfülle uns mit deinem Geist. Amen

C: Ich lese uns aus dem Markus Evangelium im 14. Kapitel (MkEv 14, 12-26).

A: Gott deckt den Tisch für alle. Gott vermag unseren Hunger zu stillen und uns mit seinen Gaben zu beschenken. Wir bitten um Gottes Erbarmen mit dem Gebet, das Jesus uns geschenkt hat: Alle beten das Vaterunser.

B: Wartende sind wir. Voller Sehnsucht warten wir auf das Fest des Lebens, dass es ein Ende hat mit allem Leid und allem lauten Geschrei – dass leise Töne und festliche Klänge unsere Sehnsucht verwandeln in Heiterkeit und Freude und wir einstimmen können in den Lobgesang.

C: Hebt den Teller mit dem Brot

Gott, Quelle des Leben, wir loben dich! Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Lass dieses Brot für uns zum Brot des Lebens werden.

Der Teller wird von Person zu Person gereicht und alle legen ein Stück Brot auf ihren Teller. Hebt den Becher mit Wein/ Traubensaft

Du schenkst uns die Frucht des Weinstocks, das Zeichen des Festes. Lass diesen Becher für uns zum Becher des Heils werden. So stärken wir uns mit Brot und Wein.

Alle essen das Brot und trinken aus ihrem gefüllten Becher.

A: Wir beten: Wir danken dir, Gott, unendliche Quelle alles Geschaffenen. In Brot und Wein heiligst du alles, was geschaffen ist, uns und alle Mitgeschöpfe dieser Erde. In dieser Weise ermutigt, genießen wir mit Dank und Freude, was du uns schenkst. Amen.

Daran schließt sich das weitere gemeinsame Essen und Trinken an.

Anmerkung: Der Ablauf kann durch das Singen von Liedern ergänzt werden.

Passend sind Taizégesänge oder Korn, das in die Erde (EG 98) / Wenn das Brot, das wir teilen (EG 632) / Gut, dass wir einander haben (EGplus 78) / Herr, bleibe bei uns (EG 488) u.a.

(Jahresheft des bundesweiten Theologinnenkonvents 25/2012 Im Kreis um die Mitte – Gottesdienst feiern und Brot und Wein teilen, Sonderdruck des Gestaltungsbeispiels nach Grundform I aus dem Ergänzungsband zur Erneuerten Agende, Hanna Strack Verlag 1999.)

 

KARFREITAG ZUHAUSE

Legen Sie eine Bibel auf ein schwarzes Tuch und Stellen Sie eine angezündete Kerze und, wenn Sie haben, auch ein Kreuz dazu. Kommen Sie innerlich zur Ruhe.

Eröffnung

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Diesen Vers hören wir zu Weihnachten und hören ihn wieder am Karfreitag. Weihnachten kam Gottes Sohn in die Welt, Karfreitag hat er das irdische Ziel erreicht. Das Kreuz. Am Ziel und doch verlassen. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 22

Lesen Sie (im Wechsel).

 I: Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht. Und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

 II: Du aber bist heilig. Der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich. Und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet. Sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

 I: Aber du Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet das Elend der Armen. Und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er's. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Gebet

Geheimnisvoller Gott, dein Sohn wird uns Menschen gleich und steigt herab in das Dunkel. Er schreit nach dir in seiner Not. Du verbirgst dich und bist doch gegenwärtig mit deiner bergenden Nähe.

Erbarme dich unser! Amen.

Evangelium (Teil 1) 

Lesen Sie aus der Bibel Matthäus 26,69 bis 27,30

- Stille -

Evangelium (Teil 2)

Lesen Sie nun Matthäus 27,31-56

Vorschläge anstelle einer Predigt

Meditieren Sie den Text in einer Zeit der Stille. Versuchen Sie 5 Minuten zu schweigen.

Oder/Und tauschen Sie sich untereinander aus: Was bedeutet Jesu Tod für mich persönlich. Kann und will ich das überhaupt annehmen? Welches „Kreuz“ habe ich zu tragen?

Oder/Und hören Sie über YouTube bzw. aus Ihrem CD-Regal eine Arie aus der Matthäuspassion oder Johannespassion von Bach (z.B. „Es ist vollbracht“).

Fürbitten

Beten Sie laut (im Wechsel):

 I: Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr, wir sehen dein Kreuz. Du gehst den Weg der Hingabe und des Leidens. Du verzichtest auf alle Macht. Du lässt dich hineinziehen in das Elend der Welt. Höre unsere Bitten:

 II: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Bosheit und den Unfrieden der Welt. Lass uns nicht wegschauen, wenn Unrecht geschieht. Hilf uns, eigenes Lied anzunehmen und fremdes Leid mitzutragen. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

 I: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Willkür der Mächtigen. Lass uns den Weg zu den Gescheiterten finden, zu denen, die beiseite geschoben werden beim Streben nach Macht und Erfolg. Hilf uns, für sie einzutreten. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

 II: Wir sehen dein Kreuz und erkennen wie hart und gnadenlos Menschen miteinander umgehen. Hilf uns, barmherzig zueinander zu sein, auch zu Menschen, die uns unbequem sind. Bewahre uns vor Selbstgerechtigkeit. Lass nicht zu, dass wir einander verurteilen. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

 I: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Krankheit der Welt. In diesen Tagen bitten wir dich für alle Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind um Heilung. In diesen Tagen bitten wir dich für unsere infizierte Welt: Um Gesundung, um Vernunft, um Normalität. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

Vaterunser:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib unsunsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit.

Amen.

Pusten Sie nun die Kerze aus und verhüllen Sie ggf. das Kreuz mit dem schwarzen Tuch.

Lied Singen oder hören Sie, wenn Sie mögen, noch ein Abschlusslied. Z.B. „O Haupt voll Blut und Wunden“ (EG 85, 1.6.9) oder „Korn das in die Erde (EG 98).

Abschluss

Nun geht in die vor uns liegende Zeit im Frieden des Herren. Drei Tage war Christus tot, nach dem dritten Tage wird auch dieser Gottesdienst weitergehen und erst an Ostern mit dem Segen enden. Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu: Ruhe sanfte, sanfte ruh! Amen. (Christoph Radtke, KG Rellingen, Nordkirche)

 

Osterpredigt: Erstaunlich – österliche Sichtweisen

Video-Osterpredikt

Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. Johannes 14,19

Erstaunlich unbekümmert                                                                                 Wenn am Ostermorgen die Glocken läuten, gibt es keinen Grund, bekümmert zu sein. Die Orgel spielt „Christ ist erstanden von der Marter alle“. Diese altvertrauten österlichen Töne sind fähig, alles Irdische weit weg zu tragen. Die eine Strophe genügt, und wir landen sanft auf der besseren Seite der Welt. Die klaren Klänge verbinden sich mit der aufgehenden Sonne. Alle Finsternis weicht. Es gibt keinen Zweifel. In diesem Licht küssen sich Frieden und Gerechtigkeit. Das Wüten der ganzen Welt wird verschlungen in den Sieg der Auferstehung. Dieser Glaube versetzt Berge und ebnet selbst Grabhügel ein. Alle nur erdenkliche Hoffnung geht mit uns heimwärts. So ist Ostern.

Der Anblick des leeren Grabes am Ostermorgen in Jerusalem musste dagegen Zweifel und Entsetzen wecken. Nicht einmal die engsten Vertrauten konnten ahnen, was wirklich geschehen war. Eine Zeit lang hatten sie geglaubt, die Macht des Todes anzweifeln zu können. Dann aber hatten sie zusehen müssen, wie der, von dem sie gehofft hatten, er werde Israel erlösen, qualvoll hingerichtet wurde.

Erschüttert und verstört hatten sie ihren toten Christus vom Kreuz genommen und beigesetzt. Drei Tage später stand das Grab offen und war leer. Die Nachricht verbreitete sich eilends und führte zu zwiespältigen Vermutungen. Der Gedanke, der Hingerichtete hätte aus eigener Kraft das Grab verlassen, lag fern. In den Evangelien findet sich vor der Leidensankündigung Jesu kein Hinweis, dass jemand ernsthaft mit seiner Auferstehung gerechnet hätte.

Erstaunlich kalt

In Friedrich Dürrenmatts Erzählung „Pilatus“ begibt sich der Statthalter Roms persönlich zum Grab. Er hat erfahren, dass einer der drei am Karfreitag Hingerichteten, den seine Soldaten spöttisch „Gott“ nannten, trotz strenger Bewachung spurlos aus dem Grab verschwunden sei. „Als aber nach drei Tagen der Bote früh am Morgen zu ihm gekommen war, der ihm gemeldet hatte, dass der Gott sein Grab in der Nacht verlassen habe ... ritt er sogleich dorthin und schaute lange in die Höhle. Sie war leer, und der schwere Stein, der sie bedeckt hatte, lag zerbrochen auf der Erde.

Langsam wandte er sich um. Ein Sklave aber stand hinter ihm, und der sah des Pilatus Gesicht: Unermesslich war es wie eine Landschaft des Todes vor ihm ausgebreitet, fahl im frühen Licht des Morgens, und wie sich die beiden Augen öffneten, waren sie kalt.“

Nachdem Pilatus den Ort verlassen hat, ändert sich nichts. Sein Horizont endet nun erst recht an den Rändern einer Welt, die strikten Ordnungen gehorcht. Alles bleibt geregelt. Es gelten Befehl und Gehorsam. Es wird geboren, gestorben und begraben, aber nicht auferstanden. Pilatus war einer der Letzten, dem Jesus geantwortet hat. Er hat ihn verhört, aber nicht verstanden. In der Sprache der Macht gibt es weder Himmel noch Verheißung. Nur so kann der Tod das letzte Wort behalten. Die kalten Augen des Prokurators verraten sein leeres Herz. Sein ganzes bisheriges Leben hatte nicht die Kraft, diesen Augenblick zu erfassen. Er hat Ostern verfehlt.

Erstaunlich kurz

„Ihr aber sollt mich sehen“, sagt Jesus den Seinen zum Abschied. Sie verstehen es nicht. Erst im Nachhinein zerreißt das „Aber“ die Gesetze der empirischen Welt und setzt die Zeit neu in Gang. Mitten in ihrer blinden Traurigkeit öffnet der Auferstandene den Trauernden Herz und Augen und beschenkt sie mit einer völlig veränderten Sicht des Geschehens. Er führt sie in ein neues Land. Die Sprache der Angst und die Landschaft des Todes weichen zurück, wenn er spricht. Kein Wort bleibt hinter der Grenze zurück. Kein Gedanke kann beim Alten verharren. Die Wahrheit des Todes wird durch Christus erweitert und überwunden in das Leben der kommenden Welt.

Das Evangelium bringt das mühelos im ersten Licht eines einzigen Tages unter. Ein leeres Grab, eine offene Tür, ein zur Seite gerollter Stein sind nur noch stumme Zeugen einer Welt von gestern. Der Glaube schlägt inmitten dieser Welt die Augen auf. Das Alte ist vergangen. So kurz ist Ostern. Aber es hält ewig. Sekunden genügen, um Herzen in Brand und die Botschaft in Gang zu setzen. Der Himmel hat längst begonnen.

Erstaunlich aktuell

Nicht selten kann erst die Erinnerung eine dunkle Seelennacht in klares Osterlicht versetzen. Im Nachhinein ermuntern alle Ostergeschichten der Evangelien zum Sprung in den Glauben. Doch nur wer sich zum Grab wagt, kann entdecken, dass es niemanden mehr festhält.                                                                                                           Als Maria Magdalena in der Morgendämmerung des dritten Tages aufbricht, sucht ihr Herz einen Toten. Sein Begräbnis stellte auch für sie alle Hoffnung in Frage. Sie kann weder ausdenken noch glauben, was ihr wenige Augenblicke später vor die Augen kommen soll. Am offenen Grab trifft sie einen Unbekannten und denkt, es sei der Gärtner. Auf die Frage nach dem Toten, der hier bestattet wurde, antwortet der Fremde unerwartet kurz und deutlich. Er nennt ihren Namen: „Maria!“ Sie erkennt seine Stimme. Was zwischen die Worte gerät, geht aufs Ganze. Zwei Menschenworte reichen aus, um den ganzen Himmel und die ganze Welt zu umfassen. Alle Kraft, alle Liebe, aber auch aller erlittene Schmerz findet Raum in dieser einen Sekunde. Das ganze Evangelium bewahrheitet sich jetzt. Sie antwortet: „Rabbuni!“, das heißt: „mein Meister!“ Als sie sich umdreht, hat sich die ganze Welt gedreht. Ostern steht nicht am Ende, sondern am Anfang ihres Glaubens. Alles ist anders, sie ist von jetzt an auf der besseren Seite der Welt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen.

 

Gemeinsam - Ein Gebet geht um die Welt

  

Gott, unser Vater, durch deinen Geist sind wir miteinander

verbunden im Glauben, Hoffen und Lieben. Auch wenn wir in

diesen Zeiten vereinzelt sind: Wir sind Teil der weltweiten

Gemeinschaft deiner Kinder. Lass wachsen unser Vertrauen in

deine Nähe und in die Verbundenheit mit unseren

Geschwistern. Die erkrankt sind, richte auf. Mache leicht die

Herzen der Einsamen. Den Verantwortungsträgern gib

Weisheit und Mut.

Stärke die Frauen und Männer im medizinischen Dienst.

Unseren Geschwistern in der weltweiten Kirche stehe bei.

Uns allen schenke Ideen, unserer Verbundenheit Ausdruck zu

geben. Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht über

uns und sei uns gnädig ewiglich! Segne uns, o Herr! Deine

Engel stell um uns! Bewahre uns in deinem Frieden ewiglich!

Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht über uns und

sei uns gnädig ewiglich! Amen.

Wenn ihr Euch einreiht in die Gebetskette – dann postet es und teilt es. Oder druckt das Emblem aus und hängt es in euer Fenster und Auto. Räumlich getrennt aber geistlich verbunden, das wollen wir damit zeigen.


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