Pflegen – Beraten – Begleiten: Mareike Behrens erzählt aus der Arbeit der Diakoniestation Bensheim

veröffentlicht 19.06.2026, KG Bensheim-Auerbach

Seit mehr als 20 Jahren ist Mareike Behrens mit der Diakoniestation Bensheim verbunden – heute als Leiterin des Pflegedienstes. Im Gespräch berichtet sie, warum der Mensch im Mittelpunkt steht und wie sich die Pflege in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Seit mehr als 20 Jahren prägt Mareike Behrens die Arbeit der Diakoniestation Bensheim – zunächst als Schülerin mit ersten Einblicken in die ambulante Pflege, seit 2012 als Leiterin des Pflegedienstes. Was sie in all den Jahren antreibt, ist nicht nur die medizinische Versorgung der Patienten, sondern vor allem der Mensch – auf beiden Seiten.

„Wenn es dem Team gut geht, dann geht es auch den Patienten gut“ – dieser Gedanke begleitet ihre Arbeit bis heute. Ein starkes, motiviertes Team ist für sie die Grundlage guter Pflege.

Schon früh faszinierte Mareike der medizinische Bereich. Doch die Pflege hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Neben der direkten Versorgung nimmt heute die Beratung einen immer größeren Raum ein. Ob Unterstützung bei der Beantragung eines Pflegegrades, Informationen zur Verhinderungspflege, Hinweise zu Pflegemitteln auf Rezept oder Fördermöglichkeiten für Wohnraumanpassungen – all das erfordert umfassende Kenntnisse im komplexen System der Kranken- und Pflegekassen. Ziel ist dabei immer: die bestmögliche Unterstützung für die Menschen, die Hilfe benötigen.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Diakoniestation steht der Wunsch, Menschen so lange wie möglich ein Leben in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen – selbstbestimmt und mit hoher Lebensqualität. Dazu gehört auch, Angehörige und Betreuungspersonen zu begleiten und zu stärken: Wie mobilisiert man pflegebedürftige Menschen? Wie gelingt der Umgang mit Demenz? Die Diakoniestation bietet hierzu vielfältige Beratung und Schulungen – bis hin zur hauswirtschaftlichen Hilfe im Alltag.

Dabei hat sich auch die Zusammensetzung der Patienten verändert. Heute werden zunehmend jüngere Menschen versorgt – darunter auch pflegebedürftige Kinder. Gleichzeitig leben viele Menschen allein: Rund 35 Prozent der Patienten haben keine Angehörigen direkt vor Ort. Familien wohnen oft weiter auseinander als früher.

Aus diesem Bedarf heraus entstand auch die Tagespflege der Diakoniestation. Sie schafft Gemeinschaft, Begegnung und soziale Teilhabe – und entlastet zugleich Angehörige. Ein oder zwei freie Tage können für pflegende Familien einen großen Unterschied machen: Zeit für Erledigungen, Einkäufe oder einfach, um neue Kraft zu schöpfen.

Die Diakoniestation ist eine gemeinnützige Gesellschaft. Anders als rein gewinnorientierte Anbieter steht hier nicht der wirtschaftliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Viele Ehrenamtliche tragen zusätzlich dazu bei, dass diese Arbeit täglich gelingt.

Und trotz aller Veränderungen ist eines über die Jahrzehnte gleich geblieben: Menschen im Alter oder in Krankheit mit Kompetenz, Rat und Menschlichkeit zu begleiten – in ihrem Zuhause und im Geist christlicher Nächstenliebe.