20 Jahre Schloss JuGo: Ein Jubiläum im Zeichen des Lichts

veröffentlicht 20.09.2026 von Marvn Weis, KG Bensheim-Auerbach

Zum 20. Mal verwandelte sich das Auerbacher Schloss in eine stimmungsvolle Jugendkirche. Unter dem Motto „Mach laut, mach bunt, mach mit, mach Jubiläum“ feierten rund 250 junge Menschen einen besonderen Gottesdienst mit Lichtbrechern, Bierdeckeln und einem Konzert von Noah Tendai.

Es ist ein besonderes Jahr für den Schloss JuGo. Zum 20. Mal fand der Jugendgottesdienst auf dem Auerbacher Schloss statt. Am Samstagabend, den 19. September 2026, verwandelte sich der historische Ort erneut in eine stimmungsvolle Jugendkirche. Rund 250 Konfirmandinnen, Konfirmanden und Jugendliche aus dem gesamten Dekanat Bergstraße und auch anderen Dekanaten waren gekommen, um gemeinsam zu feiern, zu singen und nachzudenken.

Schon der Auftakt machte deutlich, dass dies kein gewöhnlicher Gottesdienst werden sollte. Sabine und Fabian begrüßten, wie vor 20 Jahren schon, die Gäste zum 20. Jubiläum. Dieses Jahr kam Fabian als Burgfräulein und Sabine als Ritte. Das Motto des Abends ist: „Mach laut, mach bunt, mach mit, mach Jubiläum“.

In der Predigt ging es um einen Lichtbrecher. Den hatte jemand auf dem Weg zum Schloss in einer “Zu verschenken Kiste” gefunden. Erst sah es aus wie ein Teil aus dem Physikunterricht. Dann wurde daraus ein Symbol für den Glauben. Wenn Sonnenlicht durch das Prisma scheint, wird es gebrochen und in die Spektralfarben zerlegt. Dadurch entstehen bunte Lichtpunkte und Regenbogeneffekte. Die Jugendlichen zogen eine Verbindung zur Bibel: So wie weißes Licht in viele Farben zerfällt, gibt Jesus sein Licht in die Welt. Wir sollen es in Vielfalt weitergeben.

In der Predigt wurde aus dem Johannesevangelium zitiert: Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Dazu wurde erklärt: Wenn wir diese Werte weitergeben, gehen wir offen aufeinander zu und verurteilen uns nicht gegenseitig. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er anders ist oder Fehler gemacht hat. Und: Ich bin ich. In mir strahlen alle Farben. So machen wir Lichtmomente in der Dunkelheit.

Die Dekanatsband begleitete den Gottesdienst. Sie spielte Lieder wie Alles tanzt, My Lighthouse, Riptide und Oceans. Auch das Vater unser wurde diesmal nicht gesprochen, sondern gemeinsam gesungen.

Ein besonderer Moment war der Teil der Evangelischen Jugend im Dekanat Bergstraße. Der Vorstand stellte sich vor und lud zum Jugendkirchentag 2028 nach Bensheim ein. Zwei Videos gaben einen Vorgeschmack auf das große Jugendfestival. Am Ende hieß es: Wir sehen uns spätestens 2028 auf dem Jugendkirchentag in Bensheim.

Die Kollekte des Abends ging an die Diakonie Südhessen. Damit wurde das Beratungsangebot SprungSchance unterstützt. Es bietet im ganzen Kreis Bergstraße kostenfreie und unverbindliche psychosoziale Beratung und Begleitung für junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren. Das Angebot hilft bei seelischen oder persönlichen Krisen.

Zum Abschluss gab es eine Mitmachaktion zum Thema Segen. Jeder bekam einen Bierdeckel und einen Stift. Während die Band Oceans spielte, schrieben die Jugendlichen auf die Rückseite einen Segen oder etwas Nettes, das sie jemandem mitgeben wollten. Nach einem Countdown wurden die Bierdeckel in die Menge geworfen. So konnte jeder einen neuen Segen mit nach Hause nehmen.

Ein großer Dank galt dem Leitungsteam des Auerbacher Schlosses, der Dekanatsband, dem Technikteam und allen Helferinnen und Helfern. Sie haben den Gottesdienst möglich gemacht.

Nach dem Gottesdienst gab es ein Konzert mit dem christlichen Rapper Noah Tendai. Der 19-Jährige hat sich in kurzer Zeit einen Namen in der deutschen Rap-Szene gemacht. Er verbindet Hip Hop mit Reggae und Afrobeats und schreibt Texte über Identität, Erfahrungen und das Leben zwischen Kulturen. Aufgewachsen ist er in einer Musikerfamilie. Reggae, Soca, Gospel, RnB und Soul haben seine Kindheit geprägt. Schon früh spielte er Bass, Ukulele und Gitarre. Mit 13 Jahren entdeckte er den Rap für sich. Vorbilder wie Nas, NF und Kendrick Lamar inspirierten ihn.

Seine Wurzeln liegen in Barbados und Deutschland. Diese beiden Welten prägen seine Perspektive und seine Musik. Auf der Bühne steht er schon länger. Im Sommer 2023 trat er als Gastrapper auf dem Kornmarkt in Nürnberg vor rund 20.000 Menschen auf. Im April 2025 stand er beim Eröffnungsgottesdienst des Kirchentages in Hannover vor etwa 30.000 Menschen auf dem Platz der Menschenrechte. Zudem unterstützte er etablierte Acts wie Megaloh und Curse als Support. Sein Name ist Programm: „Tendai“ bedeutet in der Shona-Sprache „Gott dankbar sein“.

Für jeden Teilnehmenden gab es als Giveaway einen Keks. Nach dem Konzert halfen alle mit, die Stühle zusammenzustellen und zu verräumen. Gemeinsam geht das einfach schneller, hieß es. So endete der 20. Schloss JuGo mit dem Lied Save Tonight und dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wiederzusehen. Dann auf dem Auerbacher Schloss und 2028 auf dem Jugendkirchentag in Bensheim.